Neurofeedback

Neurofeedback           

emma mit BalkenADHS ist die Mode-Diagnose bei Kindern und Jugendlichen, die Schwierigkeiten haben sich zu konzentrieren und die keine Lust haben, den ganzen Tag stillzusitzen. Deshalb heißt es auch Zappelphilipp-Syndrom. Genug wissenschaftliche Stimmen sagen, dass es sich hier um eine erfundene Krankheit handelt, mit der lebendige Kinder belegt werden.

Leider sieht die Therapie dieser „Krankheit“ dann so aus, dass die Kinder medikamentös ruhig gestellt werden, damit sie in der Schule funktionieren. Übrigens wächst sich ADHS mit der Pubertät bei vielen Betroffenen von alleine aus. Es gibt wenige Erwachsene, die noch an ADHS leiden. Eine Möglichkeit, wie man diesen Kindern mit ihrem hochsensiblen Gehirn helfen kann, bietet das Neurofeedback.

Waren die Kinder und Jugendlichen bislang hilflos, dem neuronalen Feuerwerk in ihrem Kopf ausgeliefert, können sie dank der Neurofeedback-Methode endlich lernen, wie sich Konzentration anfühlt. Bei einem Neurofeedback werden die Gehirnstromkurven, die durch die Aktivität der Gehirnzellen entstehen, mit einem EEG (siehe unten) analysiert und auf einem Monitor dargestellt. Diese Darstellung erfolgt in Form von verschiedenen Computer-Spielen, so dass die Kinder lernen, ihre Gehirnaktivität aktiv zu steuern, in dem sie beispielsweise durch verstärkte Konzentration eine Rakete steuern. So lernen die Kinder spielerisch und fast nebenbei ihre Gehirnaktivität selbst zu regulieren. Mit der Zeit können sie sich bewusst entspannen oder ihre Aufmerksamkeit hochfahren. Das beste Beispiel ist ein Junge aus Süddeutschland, der früher schwer unter ADHS litt. Nach dreizehn Neurofeedback-Behandlungen hatte er sein Problem überwunden und studiert mittlerweile Mathematik (siehe unten: Literatur/ Links).

 

 

Elektro-Enzephalo-Grafie (EEG)

Die Elektro-Enzephalo-Grafie ist eine Methode, um die Gehirnaktivtät bzw. die Schwingungsamplitude, die durch die Aktivität der Nervenzellen entsteht, darzustellen. Bei einem medizinischen EEG werden verschiedene Gehirnareale untersucht, um z.B. organische Erkrankungen im Gehirn zu lokalisieren. Beim Neurofeedback, welches mit dem Gesamt-Aufmerksamkeits- bzw. Bewusstseinzustand arbeitet, genügt ein einfaches sogenanntes Ein-Kanal-EEG.

 

Frequenzbereiche

Unsere Gehirnaktivität bewegt sich in einer Spanne von 0,1 bis etwa 80 Hertz (Schwingungen/ Sekunde). Die normale Alltagsaktivität liegt bei 13 bis 21 Hertz im sogenannten Beta-1-Bereich. Menschen mit einer Aufmerksamkeits-Störung oder Depression liegen darunter (Alpha-Bereich), Menschen mit Hyperaktivität (ADHS) oder Angststörung liegen darüber (Beta-2-Bereich).

 

Training mit Neuro-Feedback

Ziel des Trainings ist Selbstregulierung der Gehirnaktivität; ist sie allgemein zu niedrig, wird sie erhöht; ist sie allgemein zu hoch, wird sie vermindert. Der Übende sieht vor sich auf dem Monitor seine Gehirnaktivität in Echtzeit und verändert sie allein mit der Kraft von Vorstellungen und Gedanken. Bestärkt wird er durch das unmittelbare Feedback auf dem Monitor vor sich.

Nach der computergestützen Analyse der allgemeinen Gehirnaktivität bestehend die spielerischen Übungen beispielsweise darin einen Ball zum Schweben zu bringen, eine Rakete zu steuern oder ein Musikstück/ Video durch das Halten einer bestimmten Frequenz abspielen zu lassen.

 

Ablauf einer Neurofeedback-Behandlung

Eine Neurofeedback-Behandlung beginnt mit einer umfangreichen Anamnese, um die Faktoren zu erfassen, die zu der zentralnervösen Erregung führen. Hierzu gehören die Schlaf- und Essgewohnheiten, bereits vorhandene Störungen wie Migräne, Anfallsleiden oder Tics. Auch der Stress-Level des Umfeldes wird untersucht.

Um die Konzentrationsfähigkeit nachhaltig zu steigern, sind zehn bis fünfzehn Neurofeedback-Sitzungen erforderlich.

 

Anwendungsbereiche

Das Neurofeedback-Training eignet sich durch seine Ähnlichkeit mit bei Kindern und Jugendlichen beliebten Computerspielen hervorragend zur Behandlung von ADHS/ ADS. Darüber hinaus wird es eingesetzt bei

– Depressionen

– Angststörungen

– Tic-Störungen

– Tourette-Syndrom

– Autismus

– Migräne

– Schlaganfall

– Epilepsie

 

Literatur/ Links

Bekannt durch die Medien (Süddeutsche Zeitung) ist Tim W., der mit dem Neurofeedback seine ADHS überwinden konnte und mittlerweile studiert. Hier sind entsprechende Links zu dem betreffenden und weiteren Artikeln/ Beiträgen:

http://www.fr-online.de/wissenschaft/adhs-selbsthilfe-fuer-zappelphilippe,1472788,2960986.html

http://www.adhs-feedback.eu/neurofeedback-in-den-medien/

http://d-nb.info/973071133/34