Sexueller Missbrauch

Sexueller Missbrauch ist ein schlimmes Verbrechen. In allen Ländern, in allen Kulturen weltweit richtet sich sexuelle Gewalt gegen Schwächere, vor allem Kinder und Frauen. Die Zahlen sind alarmierend: in Deutschland sind etwa jede zweite Frau und jeder dritte Mann betroffen.

Auch die Folgen für die Betroffenen sind schlimm: Häufig leiden die Opfer ein Leben lang an dem Gefühl beschädigt und verletzt zu sein. Oft mischen sich noch Scham- und Schuldgefühle ein. Diese Gefühle können sich äußern in psychosomatischen Schmerzen, in einer häufigen Übererregung oder in dem Gefühl, gar nicht richtig da zu sein. Um diese negativen Gefühle zu betäuben, greifen Betroffene oft zu Zigaretten, Alkohol und anderen Drogen.

Schwerer sexueller Missbrauch führt häufig zu einer lebenslangen Berufs- und Beziehungsunfähigkeit. Bei weiblichen Prostituierten hat sich herausgestellt, dass die Mehrzahl von ihnen in der Kindheit sexuellen Missbrauch erlebt hat.

Sexueller Missbrauch ist ein schweres psychisches Trauma. Dieses zu bearbeiten und zu integrieren braucht viel Zeit und Achtsamkeit. In der Therapie muss das Thema Missbrauch sehr behutsam angegangen werden. Oft stellt sich erst nach einiger Zeit heraus, dass hinter den vielen anderen Problemen sexueller Missbrauch eine zentrale Rolle spielt. Um das Thema anzugehen, hilft man den Betroffenen zunächst genügend gesunde Ressourcen aufzubauen. Manchmal müssen auch erst andere Themen, wie das Gefühl ungewollt zu sein oder nicht geliebt zu sein, aufgearbeitet werden.

Eine gute Nachricht ist, dass das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Verantwortung gegenüber den Betroffenen sexuellen Missbrauchs im Kindes- und Jugendalter übernimmt. Dazu hält das Ministerium Geld bereit, damit Betroffene leicht und schnell finanzielle Hilfe erhalten, um eine längere Psychotherapie machen zu können. Dazu muss ein Antrag gestellt werden, den Sie hier downloaden können:

https://fonds-missbrauch.de/antragstellung/

Bei der Ausfüllung des Antrages helfe ich und Beratungsstellen des Fonds sexueller Missbrauch:

WEISSER RING
Nordrhein-Westfalen/Westfalen-Lippe
Bochum

Stephanie Ihrler
Mobiltelefon: 0151 15047300

DGfPI
Bochum

Caritasverband für Bochum und Wattenscheid
Beratungsstelle „Neue Wege“ – Ärztliche und psychosoziale Beratungsstelle gegen Misshandlung, Vernachlässigung und sexuellen Missbrauch von Kindern (Jugendhilfe)
Telefon: 0234 503669

Antragsberechtigt sind auch Menschen, die in Institutionen wie Kirche, Schule und Vereinen Missbrauch erfahren haben.